Valentinstag: Tag der Liebe oder des Konsums
Denkt man an den Valentinstag, so gehen die Gedanken unweigerlich in Richtung Blumen, Herzformen und Pralinen. Doch ist der Valentinstag wirklich noch ein Tag der Liebe oder ist er nicht vielmehr schon seit langer Zeit zum Tag des Konsums degradiert worden? Diese Frage stellt sich doch immer wieder, bedenkt man, wie stark die Menschen schon nahezu gezwungen werden, Blumen und Pralinen für den Valentinstag zu kaufen, als müsste man seine Liebe einmal im Jahr besonders zur Schau stellen.
Während einige sich dieser Besessenheit des Konsums wahrlich hingeben, ignorieren andere den Valentinstag erfolgreich. Den enttäuschten Partnern sei gesagt, dass dies nicht an zu wenig Liebe liegt, sondern vielmehr daran, dass sie keinen besonderen Tag brauchen, um dem Partner ihre Liebe zu zeigen, sondern dies vielmehr überraschend an einem scheinbar unbedeutenden Tag tun wollen. Man sollte sich einfach überraschen lassen, vielleicht wird man schon kurz nach dem Valentinstag von seinem Partner mit einem leckeren Essen oder einem Kinobesuch überrascht. Und für all diejenigen, die nicht genügend Geld haben, um Pralinen, Blumen, Trachten, Schmuck oder andere Geschenke zum Valentinstag zu kaufen, bieten sich kleine Gesten viel eher an. So kann man genauso einen Gutschein für einen netten Abend zu zweit, für eine sinnliche Massage oder ähnliches verschenken. Hier kommt man ab von den typischen Geschenken zum Valentinstag und kann damit den Partner noch deutlich mehr überraschen. Zudem zeigt man damit, dass man sich um die Wünsche und Bedürfnisse, um den Partner selbst, eben seine Gedanken macht. Und dies ist das Zeichen wahrer Liebe, denn sie lässt sich nicht an einfachen Geschenken ablesen, sondern vielmehr an den kleinen Gesten, die den Alltag bestimmen.
Dass ein einziger Tag im Jahr ausreichen soll, um die berühmten drei Worte mit Gesten zu belegen, ist also wohl eher eine Erfindung des Konsums, nicht jedoch der wahren Liebe. Denn hier wird man sich jeden Tag verwöhnen, sich reich beschenken, die eine oder andere Geste vollführen, mit der man dem Partner seine Liebe zeigt. Seien es unschuldige Briefchen, die in der Wohnung verteilt werden und dem anderen sagen, dass er einem etwas bedeutet, seien es kleine Liebesbotschaften, an den Badezimmerspiegel gehängt oder einfach ein Strauß Blumen, den man zwischendurch einfach einmal mit bringt. Mit kleinen Gesten und Taten über das ganze Jahr kann man manches Mal mehr erreichen, als mit der Überhäufung mit Geschenken an einem fest vorgeschriebenen Tag im Jahr.
Dennoch bleibt der Valentinstag für den Kommerz besonders wichtig. Denn hier steigt der Absatz der Floristen und Süßwarenhersteller doch in schier unendliche Höhen, sodass sie auf einen solchen Tag niemals freiwillig verzichten würden. Deshalb wird auch künftig die Werbetrommel für Tage wie den Valentinstag oder auch den Muttertag kräftig gerührt. Weniger sentimental geht es beim Vatertag zu, doch hier sind auch weniger die Floristen und Süßwarenhersteller die Profitierenden, sondern vielmehr die Brauereien und Hersteller von Spirituosen. Doch generell gilt für den Vater- oder Muttertag, dass es traurig ist, wenn die Kinder sich nur an diesem Tage um ihre Eltern bemühen, nicht jedoch an jedem anderen Tag im Jahr. Deshalb sollte man sich selbst einmal die Frage stellen, ob man wirklich einen bestimmten Tag, ein bestimmtes Datum braucht, um seinen Lieben die Anerkennung zuteil werden zu lassen, die ihnen gebührt. Oftmals kann man über das ganze Jahr verteilt viel besser zeigen, was man an den Eltern oder dem Partner schätzt, dazu bedarf es keiner teuren Geschenke.
Nähe, die Menschlichkeit, das miteinander Reden, diese Dinge sind wohl deutlich wichtiger, als einfache Geschenke, Blumen, die welken, Süßigkeiten, die schnell verputzt sind oder Schmuck, den man nur selten trägt. Wer jedoch einen Partner an seiner Seite hat, jemanden der einem zuhört, wenn man abends von der Arbeit nach Hause kommt, jemanden, dem man sein Herz ausschütten kann, der einfach für einen da ist, dann ist dieses Geschenk doch um einiges wertvoller, als jedes gekaufte, wenn auch noch so schöne, Blumenarrangement oder ähnliches.
